20.11.2015

Wildshuter Bier-Roas

20.11.2015

Wildshuter Bier-Roas

Zur Wildshuter Bier-Roas luden die Stiegl-Eigentümer Heinrich Dieter und Alessandra Kiener auf ihr Biergut an der salzburgerisch-oberösterreichischen Grenze. Das Gut, das geschichtlich bereits 930 erwähnt wurde, ist das erste seiner Art in Österreich, ein wahrer „think tank" in Sachen Bier und der gelebte Beweis für eine gelungene Philosophie des nachhaltigen Wirtschaftens.

In der Bio-Landwirtschaft werden in Vergessenheit geratene Urgetreidesorten angebaut, selbst vermälzt oder geröstet und daraus Biere mit besonderem Geschmack kreiert. In der einzigartigen Vollholzbrauerei hat man sich dabei ganz dem „Slow Brewing" verschrieben.

Das offizielle Eröffnungsfest, das stilecht im naturbelassenen, verwitterten, alten „Moarhaus" stattfand, war dabei eine Hommage an die Einfachheit und die Natur sowie eine philosophische Reise. „Um nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit leben und wirtschaften zu können, ist es notwendig, den Wert des Gebrauchten wieder schätzen zu lernen", erklärt Heinrich Dieter Kiener. Auch beim Gustieren stand das Einfache im Vordergrund. Spanferkel mit Dinkel-Semmerl-Fülle und Eachtling wurden von Starköchin und „Nachhaltigkeitsverfechterin" Sarah Wiener kredenzt.

„Wir brauchen gesunde Böden, die ein reiches Innenleben haben und auf denen die Vielfalt der Pflanzen wachsen kann. Regionale Tierrassen, die mit regionalen Besonderheiten bestens zu Recht kommen und vom eigenen Boden gefüttert werden. Und: Speisen, die aus selbst hergestellten Grundnahrungsmitteln bestehen. Darin liegen der wahre Genuss und die Voraussetzung einer lebenswerten bunten Zukunft“, erklärt Sarah Wiener. Die Lungauer Tauernroggen-Bauern tischten selbstgebackenes Brot auf und natürlich wurden die aus biologisch angebautem Urgetreide gebrauten „Wildshuter Biere“ serviert.

In Szene gesetzt wurde der Abend von Regisseur und Performance-Künstler Hubert Lepka, der heuer bereits bei der Linzer Klangwolke mit „Hochwald“ begeisterte. Sein Künstlernetzwerk Lawine Torrèn legte für diesen Abend eine eigene Fassung vor. „Hochwald-Wildshut“ thematisiert Landschaft und Natur im Verhältnis zur Stadt und unserer Lebensweise.  Die Gäste waren mittendrinnen und nicht nur dabei,  als Tänzer, Schauspieler, Bäume und Film sich der Stifter-Erzählung stellten. „Wie wollen wir Landschaft in Zukunft sehen, wie geht es mit ihrer Schönheit weiter? Zur Lösung dieser Fragen ist Kunst unverzichtbar. Sie ist die Urproduktion des Schönen", sagt der Ausnahmekünstler zu seinem Werk.